Am verlängerten Wochenende vom 22.05.2008 bis 25.05.2008 machten sich 6 Reiterinnen auf den Weg die Eifel zu erkunden. Zwischen Pech und Pannen lagen 3 Tage Genuss pur, sowohl für die Pferde als auch die Reiter.

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir uns bereits im Januar dafür entschieden hatten, in diesem Jahr einen Wanderritt in der Eifel zu wagen, fieberten wir der Fronleichnams-Woche entgegen. Wir hatten uns entschlossen, einen Einsteigerritt zu buchen, bei dem wir 3 Wanderreitstationen, die sich hierfür zusammengeschlossen hatten, anreiten wollten.

 

 

 

 


TAG 1 - die Anreise:
Am Mittwoch den 21.05.2008, dem Abend vor der Abreise kam dann der erste Schreck - eines der Zugfahrzeuge hatte den Geist aufgegeben. Nun hieß es, auf die Schnelle ein neues Auto zu organisieren, das auch einen Hänger ziehen kann. Der Vater einer Mitreiterin war dann so nett und hat uns für dieses Wochenende sein Auto geliehen.
Donnerstagvormittag sollte es dann losgehen. Es hatte zwar ein bisschen gedauert, bis alle Pferde in den Hängern „verstaut“ waren, aber irgendwann war es dann soweit. Drei Pferdeanhänger mit 6 Pferden und die 6 dazugehörigen Reiterinnen machten sich auf den Weg. Nach 3 Stunden Fahrzeit erreichten wir - nachdem wir uns - trotz zwei Navis - doch ein bisschen verfahren hatten, die Start- und Zielstation in Herzfeld. Wir haben festgestellt, dass es manchmal besser ist, nur mit Routenplaner und Karte, als mit Navigationsgerät zu fahren.
Bei Ingrid und Theo wurden wir toll empfangen. Nachdem unsere Pferde ausgeladen und in große Weidepaddocks verfrachtet wurden, durften auch wir Mädels uns häuslich in den schönen 2-Bett-Zimmern einrichten. Am ersten Abend wurde gegrillt. Theo hatte uns dann noch ein tolles Lagerfeuer gezaubert und uns mit Witzen und Geschichten unterhalten. Wir haben uns richtig wohl gefühlt.

 

 

 


TAG 2 - Ritt von Herzfeld nach Olmscheid
Am nächsten Morgen wurde dann nach einem üppigen Frühstück die Route für den Tag besprochen. Ingrid zeichnete uns die Route auf der Karte ein und erklärte uns die Besonderheiten des Weges. Sie markierte uns schöne Rastplätze und das Ziel, die Wanderreitstation von Gisela und Karl-Josef in Olmscheid. Um 12:00 Uhr saßen dann endlich alle im Sattel und es ging los. Es hatte etwas gedauert, bis man die Route, die Entfernungen und die Kreuzungen anhand der Karte richtig lesen konnte und so war es nicht verwunderlich, dass wir uns gleich zu Beginn des Ritts verritten hatten. Zum Glück waren wir alle so besonnen und haben erst gar keine Panik aufkommen lassen. In Ruhe wurde die Karte studiert, der Fehler erkannt, der falsche Weg wieder zurück geritten und dann die richtige Kreuzung genommen. Wir gewöhnten uns an, an jeder Kreuzung Halt zu machen, wenn nicht ganz sicher waren ob dieser Weg bis zu einem bestimmten Punkt, z.B. eine Schutzhütte, genommen werden sollte. Anfangs waren die Wege in den seltensten Fällen eindeutig markiert. Ich selbst hatte mich immer in Entfernung und Richtung verschätzt. Unterwegs hatten wir keine anderen Reiter gesehen. Erst kurz bevor wir an der Station von Gisela und Karl-Josef ankamen, kreuzten zwei weitere Wanderreiter unseren Weg.
Nach kurzer Zeit des Beschnupperns haben wir uns spätestens nach dem Anschneiden von Giselas leckerem Krustenbraten gut unterhalten können. Die beiden Reiter haben schon häufiger Wanderritte unternommen und konnten uns noch andere schöne Stationen empfehlen. Mal sehen, vielleicht probieren wir die eine oder andere davon auch mal aus.
Gisela und Karl-Josef züchten Welsh-B Ponys und hatten zwei Tage vor unserer Ankunft Nachwuchs bekommen. Für uns Mädels war das kleine Stütchen natürlich eine Augenweide, wie es auf seinen dünnen Stecken der Mutter hinterher gewackelt ist. Auch bei Gisela und Karl-Josef waren unsere Pferde bestens versorgt. Jedes Pferd hatte seinen eigenen Paddock und reichlich Kraftfutter.
Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich früher los reiten als am Tag zuvor, aber irgendwie haben wir es nur geschafft 15 Minuten früher loszukommen.

 

 

 

 


TAG 3 - Ritt von Olmscheid nach Reipeldingen
Am Samstag sollte es dann zu Bärbel Guguck gehen. Sie führt eine Bioschäferei in einem Ort namens Reipeldingen.
Auf dem Weg „nach Bärbel“ - wie Karl-Josef und Gisela zu sagen pflegten - sollten wir an zwei bewirtschafteten Mühlen vorbei kommen. Da die erste Mühle bereits nach einer guten Dreiviertelstunde nach dem Start kommen sollte, hatten wir uns entschlossen, an der zweiten Mühle, der Machtemes-Mühle zu rasten. Als wir jedoch dort ankamen, wurde uns gesagt, dass die Mühle zwischen 14 und 18 Uhr keine Essen ausgibt. Schade, war es doch gerade eben erst 14:30 Uhr geworden. So bestellten wir nur etwas zu trinken und haben dann die, Gott sei Dank, mitgenommenen Lunchpakete ausgepackt. Den Rest der Strecke zu Bärbel haben wir dann ohne Verreiten hinter uns gebracht. In Reipeldingen angekommen wurden wir von einer freundlich winkenden Bärbel empfangen.
Auch hier wurden zuerst unsere Pferde versorgt. Bärbel führte uns zu einer grünen Wiese, auf der einzelne Paddocks abgesteckt waren. Wir stellten den Pferden noch Wassereimer dazu und dann entließen wir sie in ihren wohlverdienten Feierabend.
Bärbel zeigte uns als nächstes unsere Unterkünfte: liebevoll hergerichtete Bauwägen. Ein Bauwagen diente als Futter und Sattelkammer, 3 weitere als Schlafplätze. Die Bauwägen waren mit 2 bzw. 3 Betten ausgestattet, einem Tischchen und zwei, drei Stühlen, sowie Regalen, um sich auszubreiten. Das Bad war im Bauernhaus von Bärbel, ebenso wie ein kleiner Aufenthaltsraum. Gegessen wurde bei Bärbel in der Küche. Es gab eine sehr leckere selbstgemachte Lasagne. Wir erzählten noch lange mit Bärbel und so verging der Abend im Flug. Vor dem Schlafengehen trafen wir uns noch alle in dem größten der Bauwagen und erzählten noch einige Zeit bis wir nacheinander alle in unsere Betten fielen.


TAG 4 - Ritt von Reipeldingen nach Herzfeld
Am nächsten Morgen wurden meine Bauwagen-Nachbarin und ich durch Vogelgezwitscher geweckt, dass wirklich ziemlich laut war. Aber erst relativ spät habe ich dann gesehen, dass sich in dem Kaminschacht des Bauwagens, der mit einem Fliegengitter abgedeckt war, ein Vogelnest befand. Nachdem die Pferde versorgt waren, ging es zu einem üppigen Frühstück. Nach dem Essen zeichnete uns Bärbel den Weg zurück zur Basisstation ein. An diesen Tag hatten wir uns für die kürzeste Strecke entschieden, da wir am gleichen Tag noch nach Hause fahren mussten. Auch Bärbel erklärte uns die Besonderheiten der Route und sagte uns, worauf wir achten mussten.
Wir machten uns also frohen Mutes auf den Weg. Dieser hielt die Durchquerung einer Furt, geniale Töltwege, freilaufende Kühe, Bärbels Schafe und einen tollen Panorama-Blick für uns bereit. Später hatten wir festgestellt, dass die Route eigentlich zu kurz war, denn bereits nach ungefähr 2 Stunden waren wir wieder bei Ingrid und Theo angekommen. Dort gab es noch mal Kaffee und frische Waffeln mit Sahne und heißen Kirschen für uns. Die Pferde wurden zuvor in die Paddocks gestellt.
Nach dem Kaffetrinken sind wir noch nach Luxemburg zum Tanken gefahren, zumindest war das so gedacht. Es waren die längsten 12 km die ich je gefahren bin.
Auch für diesen Weg war das Navi nicht wirklich von Vorteil gewesen ;-). Endlich wieder zurück an der Station wurden die Pferdehänger wieder angehängt und wir begannen unsere Pferde zu verladen. Dieses Mal klappte es auch einigermaßen schnell. In Kolonne verließen wir die Station und beschlossen, auf jeden Fall wiederzukommen.
Auf der Autobahn dann plötzlich das Fiasko. Im hintersten Auto würde es verschmort riechen, der nächste Parkplatz wurde angesteuert. Lange wurde um das besagte Auto herumgestanden und nach einer Ursache gesucht. Doch schließlich kam heraus, woher der Schmorgeruch kam. An einem unserer Hänger hatte sich wohl die Auflaufbremse nicht mehr richtig gelöst. Diese hatte dann die Felgen so erhitzt, dass die Plastikabdeckungen der Radmuttern sich bereits verformten. Der ADAC wurde angerufen. Viel konnte der Herr jetzt zwar nicht machen, aber er kannte einen Ponyhof in unmittelbarer Nähe auf dem wir die Pferde abladen könnten, denn raus mussten die Pferde so oder so.
Ca. 3 Stunden lang hatten wir verzweifelt versucht, einen Ersatzhänger zu organisieren, aber leider blieb diese Möglichkeit erfolglos. Also hieß es für uns, 2 Pferde auf dem Ponyhof zu lassen und am nächsten Morgen wiederzukommen und sie abzuholen. Diese ganze Aktion verpasste uns nat. einen gehörigen Dämpfer, denn wer lässt schon gerne seine Pferde auf einem fremden und dazu noch unbewachten Hof zurück?!. Waren wir erst noch total begeistert über den Ritt, so wollte diese Stimmung jetzt leider nicht mehr aufkommen. Spät am Abend kamen dann die anderen Pferde zu Hause an.
Am nächsten Morgen hieß es dann wieder früh aufstehen und die restlichen Pferde abholen. Zum Glück hat alles reibungslos geklappt. Da auf dem Hof keine Menschenseele anzutreffen war, haben wir ein kleines Dankeschön hinterlassen und machten uns wieder auf den Heimweg. Die Besitzer der beiden zurückgelassenen Pferde waren überglücklich.
Wir hoffen, dass der nächste Ritt ohne Pannen vonstatten geht, denn dann können wir ohne Dämpfer von einem ganz tollen Eifelritt schwärmen! Denn der nächste Ausflug kommt bestimmt!

 

 

Die komplette Bildergalerie von unserem Ritt findet Ihr hier: Bilder Eifelritt 2008